Selbstvertretung von Menschen mit Lernschwierigkeiten

Die Idee der Selbstvertretung entstand in den 70er Jahren. Vor rund 30 Jahren ging aus ihr in den USA die People First-Bewegung hervor, die sich aus Selbsthilfegruppen von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zusammensetzt. „People First“ heißt „Mensch zuerst“ und bedeutet „FürsprecherIn für sich selbst sein“ oder „sich selbst zu vertreten“. Selbstvertretung macht deutlich, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten selbst SprecherInnen für ihre Rechte und ihres gesamten Lebens sind und nicht durch „Anwälte“, also Eltern, BetreuerInnen oder andere FürsprecherInnen vertreten werden wollen. Die Ziele und Werte der People First-Bewegung reichen von Gleichbehandlung und Gleichberechtigung, Selbstvertretung und Selbstverantwortung, Selbstbestimmung über Aufklärung über die Bewegung und die Probleme von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft bis zur Förderung der Integration in die Gesellschaft. Mittlerweile haben sich auch in Österreich People First- bzw. Selbstvertretungsgruppen etabliert.

Unterstützungsstrukturen für SelbstvertreterInnen

(in Vorbereitung)

Selbsthilfe- bzw. Selbstvertretungsgruppen von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten bieten den Betroffenen die Möglichkeit zur Erweiterung ihrer Selbstbestimmung und zur Teilhabe am gesell-schaftlichen Leben, indem sie die Chance einer selbstständigen trägerunabhängigen Erweiterung der individuellen und gemeinsamen Handlungsfähigkeiten erhalten. Die Idee einer unabhängigen Interessensplattform für Menschen mit Lernschwierigkeiten stammt aus der People First–Bewegung.

Um Menschen mit Lernschwierigkeiten bei der Erarbeitung eines eigenständigen Konzepts für ein Selbstvertretungszentrum zu unterstützen, wurden unterschiedliche Modelle von bestehenden Zentren und Beratungsstellen, die für den Wiener Raum als Best Practice Modelle dienen können, in Deutschland, Österreich und England untersucht und im Frühjahr 2010 besichtigt.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Recherche werden Umsetzungsvarianten für den Wiener Raum entwickelt und gemeinsam mit den SelbstvertreterInnen und relevanten Umwelten abgestimmt. Ein guter Kontakt zu den Einrichtungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten hat sich als bedeutend herausgestellt, um andere Betroffene zu erreichen. Die Vernetzung mit anderen Gruppen und Institutionen stärkt People First Gruppen und macht Interessen und Anliegen von Menschen mit Lernschwierigkeiten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Auf Basis all dieser Erfahrungen soll ein Modell entwickelt werden, welches die größtmögliche Autonomie für ihre Interessen gewährleisten und die SelbstvertreterInnen bei ihren Anliegen so optimal wie möglich unterstützen soll.

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